Szenen


Die Brüder Schaltenbrand

oder

Die Meuterei von Penkun

Kurioses Schauspiel vor historischer Kulisse
für Laienaufführungen

von
Horst Geßler

Zeit der Handlung: Im Dreißigjährigen Krieg – etwa dreißiger Jahre des 17.
Jahrhunderts
Stück für die Laientheatergruppe von Penkun zur Aufführung vor dem dortigen Schloss


Blätterwald gibt hier einige Szenen als Kostprobe zu lesen. Sie werden Spaß daran haben.
Auch wenn als Ort der Handlung Penkun in Mecklenburg Vorpommern angegeben ist, lässt sich das Stück natürlich auch andernorts aufführen.


1. Szene (Ausschnitt)

(Wunderglober kommt in skurrilem Aufzug mit einem Purzelsprung hinter einem Gebüsch oder einer Ecke hervor. Er hält dabei geschickt eine Laute, ohne sie zu beschädigen. Sein Gesicht wird durch eine Maske charakterisiert, so dass er durch andere Spieler später als sein eigenes Phantom doppelt erscheinen kann.)

Wunderglober:
Holla, hopp! (schlägt einen Akkord mit der Laute) Ihr seht ich bin gekommen und halte Wort. Ob hier, ob an einem anderen Ort. Ihr staunt vielleicht. Nein, ihr staunt nicht. Ihr wisst natürlich: Wenn ihr kommt, bin ich in eurer Pflicht. Ihr seid das Publikum, ihr habt ein Recht darauf, dass ich erscheine. Ihr habt bezahlt. Das ist es, was ich meine. So kommt es, dass wir uns begegnen. Ich hoffe nur, es fängt nicht an zu regnen.
Natürlich wollt ihr wissen, wer ich bin. Na, sagen wir, ich bin der Übersinn. Denn, vieles, was geschieht, muss ich erklären. Wie beispielsweise Schweden einzuschätzen wären, und wie die kaiserlichen Heere. Ach, diese Phrasen - hier von Glaube und da von Ehre. Na, unter uns, sind allesamt Halunken. Das ganze Gerede – erlogen und erstunken. Vonwegen Glaube und Religion. Dass ich nicht lache! Der reinste Hohn. Es geht um Landbesitz und Pfründe. Das sind des Krieges echte Gründe. Vom Heiligen Römischen Reich deutscher Nation will jeder das größte Stück davon. Na ja, da gibt es eine handvoll, die streiten, um irgendeinen Glauben zu verbreiten. Oder was sie dafür halten. Fanatische Gestalten. Die übelsten in Kutten und Roben. Die haben nämlich den Segen von oben. Und das Volk glaubt diesen knierutschenden Pfaffen, statt sie sich vom Halse zu schaffen.
Nun ja, sie sind da hineingeboren und stecken im Glauben bis zu den Ohren. Es ist der Dreißigjährige Krieg. Was soll man da machen? Heil und Sieg!
Doch nicht nur Schweden und Katholiken bedrängen das Volk mit ihren Piken. Nein, da sind noch die Herrn auf Burgen und Schlössern, die sitzen auf ihren Bauern und Rössern. Und schwingen die Peitsche mit lustigem Knallen – bei Gott, ich sage das nicht von allen. Die wechseln ja auch. Mal Zuckerbrot, mal die Peitsche als Lohn, und mal eine Magd für den Herrensohn. Wie alle gleich sehen können - hier in der Scheune. (zeigt) Das ist die Scheune. Da kommt die Lene, um Heu zu holen für das Vieh. Sie ist des Bauern Schaltenbrand jüngste Tochter.

(Lene verschwindet in der Scheune.)

Und da schleicht der Herrensohn heran. Der gehört eigentlich gar nicht nach Penkun. Das ist ein Kaiserlicher. Sein Vater, der Feldmarschall Torquato di Conti, genannt Quatro-Conter, hat seine Truppen hier untergebracht. Die rauben und stehlen Tag und Nacht. Und machen sich über die Weiber her. Das nennt man hier päpstlichen Verkehr. Der Sohn des Feldmarschalls heißt Innozenz, was Unschuld bedeutet, wie der Papst in Rom, Innozenz IX., zu deutsch die Unschuld Numero neun. So werden Sie Zeuge, wie jetzt des Feldmarschalls Unschuld in der Scheune verschwindet. (Innozenz ab in die Scheune. Gleich darauf Geschrei.)

Lene: (schreit)
Hilfe! Hilfe! Komm nicht näher, du Hundesohn! Ich stoße zu. Nein! Hilfe! Nein! Da, nimm den Stoß, du adliges Schwein!

Innozenz: (Stößt einen Schrei aus. Dann Stille. Lene kommt aufgelöst aus der Scheune. Sie hält eine Heugabel umklammert.)

Wunderglober: Na, seht, jetzt hat sie sich gewehrt. Was ein Mädchen vom Lande wirklich ehrt. Zu jener Zeit war das ganz toll. Nun weiß sie nicht, was sie machen soll.

(Innozenz kommt aus der Scheune gewankt.)

Wunderglober: Du liebe Zeit, der ist noch am Leben. Sie hat es ihm wohl nicht richtig gegeben. Ein wenig zu zaghaft zugestochen.

(Innozenz stürzt zu Boden.)

Wunderglober: Na, endlich ist er zusammengebrochen. He, Mädchen, die Heugabel in die Scheune! Ein Quatro-Conter kommt nie alleine. Da! (Drei Söldner kommen um die Ecke.) Schon kommen sie an. Sage ich doch! Jetzt bist du dran. (zeigt auf Innozenz) Da liegt der Haufen Aristokratie. So einen Haufen verzeihen die nie.

1.Söldner: Da liegt er.
2.Söldner: Der ist hin.
3.Söldner: Das war die.
1.Söldner: Packen wir sie! (Sie umstellen Lene, die erst zu flüchten versucht, dann aber Abwehrhaltung mit der Heugabel einnimmt. Es gibt ein kurzes Gerangel, bei dem ihr von den geübten Söldnern die Forke mit Hallo entwunden wird. Sie wird abgeführt.)

1.Söldner: In den Kerker mit ihr!
(Lene und Söldner ab.)

+++

2. Szene (Ausschnitt)

( Auf offener Szene werden Versatzstücke von Buschwerk und Findlingen aufgebaut, hinter denen ein Gestell aufgerichtet wird, an dem später der Käfig über eine Rolle hochgezogen werden kann. Das Gestell und der Käfig sollten auffällig aus leichtem Kunststoff wie Styropor gefertigt sein, das eingefärbt und bemalt ist. Es darf nicht naturalistisch aussehen, sondern muss deutlich kurios wirken, evtl. mit Verschnörkelungen. Das Holz vielleicht grell gelb und die Beschläge blau. Lene wird zum gegebener Zeitpunkt in Gestalt einer Marionette mit dem Käfig hochgehievt. Die Marionette sollte durch Fäden, die vom Boden aus bedient werden, mit den Armen gestikulieren können.)


Wunderglober:
Mit Helene wurde kurzer Prozess gemacht. Sie stritt auch nichts ab, es war ja ganz klar, dass alles nur Notwehr gewesen war. Doch die Willkür des Adels sitzt dem Volk im Genick. Wer nicht gefügig ist, kommt an den Strick. Denn nach den adligen Gesetzen hat keiner das Recht, sich zu widersetzen. Und gar einen Junker aufzuspießen, muss jeden Edelmann verdrießen. Wo kämen wir hin, wenn Mägden die Ehre mehr wert als adliges Leben wäre! Doch fand des Feldmarschalls Gericht, ein einfacher Strick genüge hier nicht. Vielmehr, an den Strick muss ein Käfig dran, damit man ihn etwas versenken kann. Dort unten im See. Das gibt einen Spaß, da ist das Wasser besonders nass. Nun ist ja zwar Sommer und gar nicht so kalt, doch unter Wasser wird keiner sehr alt. So zieht man Leute seit alters her, die einem nicht passen, aus dem Verkehr.


Anmerkung: Die pompöse Zeremonie zur Hinrichtung der verurteilten Lene wird unterbrochen durch das Auftauchen der Schweden und der von ihnen aus Stralsund befreiten Einheimischen unter Führung des Schlossherrn von der Osten. Damit kehren auch die alten Herren der Region zurück und halten erneut über Helen Gericht.

3. Szene (Ausschnitt)

(Versatzstücke für eine Gerichtsverhandlung werden aufgebaut, bei der die Vertreter des Gerichts gleichzeitig Angehörige des Adels sind.)
Wunderglober:
Wir überspringen geschwind ein paar Tage, und haben jetzt eine andere Lage.
So werden Sie, liebe Gäste, gleich sehen, was doch für seltsame Dinge geschehen. Denn just vor dem Schloss versammelt sich nun der hohe Gerichtshof zu Penkun. Das Blutgericht ist sehr versiert, es wird von Adligen geführt, die aber die Robe der Kirche tragen. So war das die Ordnung in jenen Tagen. Der Klerus wurde vom Adel gestellt, denn in der mittelalterlichen Welt lagen Kirche und Adel in einer Hand, was auch in Vorrechten Ausdruck fand. Sie waren die privilegierte Schicht und bildeten Richter und Gericht, um das Volk zu arretieren, sobald es wagte zu rebellieren. Denn das war der Sinn, Gericht zu führen: Lasst niemals an Privilegien rühren.
Ihr werdet vielleicht nach dem Schlossherrn fragen. Doch der hatte hierbei gar nichts zu sagen. Denn die Gerichtsbarkeit lag in der Hand so eines Herzogs vom Pommernland. Vielleicht Bogislaw der Ungescheite oder Bogumil der Schlagbereite. Oder die Brandenburger
herrschten schon fleißig. Die übernahmen anno sechzehnsiebenunddreißig die ganze Gegend bis hinter Stettin oder Polen, doch da war überall nichts mehr zu holen. Es war, als damals das Lied entstand „Pommernland ist abgebrannt“. Die Brandenburger hatten in jenen Tagen in Pommern auch noch nicht viel zu sagen. Die also kamen erst später zum Zug, doch Herzöge gab es ja immer genug. Und einer also zog her mit Reiter und Ross und ließ sich häuslich nieder im Schloss. Er hatte die Gerichtsbarkeit. Der Schlossherr konnte seh‘n, wo er bleibt und hatte dem Herzog zu dienen die Pflicht, doch viel zu melden hatte er nicht.

(Die Gerichtsherren ziehen auf)

Da seht ihr nun Schreiber und Pfaffen kommen, zuerst die unbedarften Frommen. Die edleren Herren lassen sich Zeit. Erst wenn sie eintreffen ist es soweit. So zerrt man auch Lene erst einmal herbei, inzwischen plärren Mönche die Litanei.
(Eine Litanei setzt ein.)
Nun kündigt sich endlich der Herzog an, er ist nicht gerade ein stattlicher Mann.
Erheblich fett, doch dafür pompös. Verzweifelt dumm und erschreckend bös‘.

Anmerkung: Das Gericht ist versammelt, Begrüßungsreden gehalten. Der Hauptankläger ergreift das Wort.

Gerichtssprecher:
Das Wort hat der edle Herr Otto Graf zu Schandlitz-Folkesam.

Otto Graf zu Schandlitz-Folkesam (erhebt sich):
Euer Herzogliche Hoheit. Hohes Gericht. Edle Herren des Adelsstandes. Das Volk, die Plebs, hat zuzeiten Lust, sich gegen seine Herren aufzulehnen. Weil es unverständig und undankbar ist. So ist es unsere Pflicht, als adlige Führer dieses Landes immer wieder für die Aufrechterhaltung der Ordnung Sorge zu tragen, die unser aller Wohl sicherstellt und obendrein auch das Wohl des tumben Volkes. Denn wohin kämen wir ohne eine gottgewollte Ordnung? Mord und Totschlag müssten zwangsläufig die Folge sein. Das hier zu ahndende Verbrechen einer niederen Magd, ihre Widersetzlichkeit gegen einen Herrn des hohen Adels und dessen heimtückische Ermordung sind dafür Beweis genug. Es kann nicht geduldet werden, dass solches ungestraft geschehen kann. Auch und gerade in Kriegszeiten muss dieses Prinzip, muss die gottgewollte Ordnung aufrechterhalten bleiben. Vielleicht verweist der Verteidiger der Angeklagten darauf, dass es ein Angehöriger der feindlichen Truppen war, den sie ermordete. Aber hochverehrte Herren, das ist es ja gerade, was nicht sein darf. Wenn die feindlichen Heere zum Kampf gegeneinander antreten, muss doch das Recht des Adels immer gewahrt bleiben, denn das ist die übergreifende Ordnung. Daran haben sich alle Seiten zu halten bei Strafe ihres gemeinsamen Untergangs. Mag in diesem großen Ringen auch das Kriegsglück wechseln, und welche Seite am Ende auch den Sieg davontragen wird, niemals darf dieser Sieg dazu missbraucht werden, den Adel der unterlegenen Seite zu liquidieren. Er
mag Kriegsschulden und Tribut zahlen, Ländereien und Untertanen einbüßen, man mag den einen oder anderen ob seiner Gefährlichkeit strafen und hinrichten, aber niemals, niemals darf die Macht des Adels über das Volk angetastet werden. Adlige aller christlichen Lande des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation vereinigt euch! Das war schon das ungeschriebene Gebot unserer Vorväter in allen zurückliegenden Jahrhunderten. Das Volk hat im Krieg nichts anderes zu tun, als das Heer zu versorgen. Die Bauern haben es zu ernähren, die Handwerker es auszurüsten, die Bürger und Kaufleute das Geld herbeizuschaffen. Das Schwert aber, das Schwert bleibt immer in unserer Hand, in der Hand des Adels. Ihm ist die Macht gegeben, dass er sie nie, nie mehr aus seinen Händen lässt. Deshalb fordere ich für die Angeklagte die Todesstrafe, um ein Exempel zu statuieren und der Gerechtigkeit Genüge zu tun.
Ich danke Euer Herzoglichen Hoheit, ich danke dem Hohen Gericht, ich danke den edlen Herren für ihre Aufmerksamkeit.
(Er setzt sich.)

Anmerkung: Schließlich wird Helene erneut zum Tode verurteilt. Ihre Brüder leisten Widerstand und kommen in den Kerker.


4.Szene (Ausschnitt)

(Während Wunderglobers Monolog wird eine Kerkerkulisse aufgebaut. Im Kerker die Brüder Schaltenbrand.)

Wunderglober:
Da wissen wir nun, wem Recht geschieht. Ein Schelm, der das alles anders sieht. Der hat keinen Schimmer von Aristokratie. Es gab ja noch keine Demokratie. Die wurde erst später wieder erfunden von Philosophen und anderen Kunden. Die Franzosen haben dann Ernst gemacht und endlich den König umgebracht. Na, gut, das war eine andere Zeit, in deutschen Landen ging man nie so weit. Denn deutsch sein heißt seit alter Zeit: Gehorsam, Zucht und Obrigkeit. Was wollte ich sagen, ach ja, nun, die dumme Sache hier in Penkun. Die Leute sind gehörig sauer, ob Bürger, Bäcker oder Bauer. Der Richterspruch lässt keinen ruhn. Die Frage ist jedoch: „Was tun?“
(singt leise und wiederholt vor sich hin): Was tun, was tun in diesem Penkun... Ich schleiche mich ein, ich schleiche mich ein, ich schleiche mich in den Kerker ein, die Brüder Schaltenbrand zu befrein. Doch nicht so ohne weiteres, ich denke an etwas Heiteres. Dank meiner Gabe als zeitloser Geist bin ich durch jedes Jahrhundert gereist. Ich kenne die Saurier des Carbon, begegnete Caesar am Rubikon, war bei den Pyramiden dabei, kenne vom kühnen Columbus das Ei, sah Lindbergh über den Ozean fliegen und Nelson Mandela in Afrika siegen. Kann jede Zeit der Welt erleben, steh aber immer nur daneben. Wie jene Herrn, die die Welt
verwalten, doch kömmt es drauf an, sie umzugestalten. Es mag kein Hund so länger leben, drum hab ich mich der Magie ergeben. Und werde endlich einmal aktiv, sonst geht die ganze Sache schief.
(Wunderglober tritt rückwärts ans Gitter)
Zuerst das Gitter - ein Zauberwort reicht –
da kommt die Wache, die täusche ich leicht.
Ich wende mich ganz einfach fort.
Erscheine schnell an anderm Ort.
(Er wendet sich um und zeigt nun ein Muster der Gitterkulisse auf dem Rücken, das dem Hintergrund gleicht, so als wäre er unsichtbar. Im gleichen Moment erscheint sein Phantom an ganz entgegengesetzter Stelle. Die Schildwache eilt auf das Phantom zu, das von einem zweiten Darsteller in gleichem Kostüm und gleicher Maske verkörpert wird.)

Wache: Halt! Wer da?

Phantom: Hallo, hallo, hier bin ich, he. Suchst du vom vorigen Jahr den Schnee?

Wache: Halt an! Steh still!

Phantom: Soll zu mir kommen, wer was will.

Wache: Ich hole dich, ich bin die Wache.

Phantom: Na, hol mich doch! Dass ich nicht lache.
(Wache eilt auf das Phantom zu, das in gleicher Weise unsichtbar wird wie zuvor Wunderglober. Ein zweites Phantom erscheint an anderer Stelle.)

2. Phantom: Ich bin ja hier. Kannst du nicht sehn!

Wache: (bekreuzigt sich) Das kann nicht mit rechten Dingen gehn.
Mein Gott, bist du vielleicht ein Geist?

2. Phantom: Ja, gib nur acht, dass er nicht beißt! Huhuhu!

Wache: Die Sache ist mir nicht geheuer, am Ende speit er gar noch Feuer.
Ich glaube, ich verzieh mich und mache dem Rottenführer Meldung von der Sache.

Wunderglober (Beschwörungsformel vorm Schloss der Gittertür.): Ihr Freunde überm Sternenzelt, ihr Gerechten, seht hier steh ich, eure Hilfe nun erfleh’ ich. Wunderglober aus der Zeiten Mitte tritt vor euch mit einer Bitte. Brüder in den weiten Räumen, lasst uns keine Zeit versäumen: dieses Schloss zu überwinden, bitte ich euch, Rat zu finden.
(er lauscht) Ich höre wispern, sehe helles Licht – ein Funkenschauer – da, das Schloss zerbricht!
Freunde, welch ein Feuerzauber! Danke sagt euch Wunderglauber. Bin euch wieder etwas schuldig, doch ich weiß, ihr seid geduldig. Wenn ich’s revanchieren kann, ruft mich über Hotline an.
(wendet sich an die Gefangenen) Nun zu euch, kommt nur heraus, aber geht nicht gleich nach Haus.

(Vater und Brüder Schaltenbrand öffnen das Tor und treten heraus.)

Trutz: Oh, welche Lust, in freier Luft zu leben.

Wunderglober:
Lass die schwärmerischen Reden. Mensch, es gibt noch viel zu tun. Keine Zeit, sich auszuruhn. Schluss mit Reimen und mit Dichtung, ich bestimme jetzt die Richtung. Hört, es reicht nicht, Lene zu befreien. Denn sie müsste sich für alle Zeit verstecken. Und ihr ebenfalls. Euer Haus, euer Hof, alles würdet ihr verlieren. Nein, ihr müsst es anders packen. Doch als erstes lasst uns diesen Ort verlassen, dass uns niemand überraschen kann. Was zu tun ist, sage ich euch dann.

Kumt: Aber wohin sollen wir gehen?

Wunderglober:
Ins Feldlager, gleich vor den Toren.

+++

Das, liebe Freunde im Blätterwald, waren also ein paar Ausschnitte aus dem Stück „Die Meuterei von Penkun“. Die Uraufführung erfolgte am 1. September 2007 unter der Regie von Götz Grünberg vorm Schloss Penkun in einer sehr erfolgreichen Masseninszenierung vor 1000 Zuschauern.

 

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